Elternbeirat im Gespräch mit Landespolitiker

v.l. Dirk Wolkewitz (Konrektor MLS), Carl J. (Elternbeirat), Berthold Martin (Vorstandsvorsitzender vjj), Rita K. (Elternbeirätin), Martin W. (Elternbeirat), Brian Röcken (persönlicher Referent von M. Promny), Moritz Promny (kultuspolitischer Sprecher der FDP/Hessen), im Vordergrund r. Patrick Holuba (stellvertr. Schulleiter MLS) und l. Rainer Müller (Schulleiter MLS)

Elternbeirat engagiert sich für öffentliche Wahrnehmung der Schule

Auf Einladung des Elternbeirates der MLS informierte sich Moritz Promny, bildungspolitischer Sprecher der Hessischen FDP, im Beisein von Schulleitung und Vorstandsvorsitzendem des Trägervereins, über unsere Schule.

Die drei Elternvertreter berichteten, dass sie erst nach einem „langen Leidensweg“ die MLS als die richtige Schule für ihre Kinder gefunden hätten. Die Begriffe „Glück und Zufall“ fielen dabei häufig. „Trotz Unterstützung durch eine Integrationsfachkraft waren ihre Kinder zuvor an den Regelschulen gescheitert“, so die Eltern. Nun erlebten sie, wie sie sich im Umfeld der MLS erholten und viel besser entwickelten. Kleine Klassen, fachspezifisch ausgebildete Lehrkräfte und Sozialpädagogen schafften ein Klima, in dem die psychisch kranken Kinder zurück zu ihrer Motivation und Leistungsfähigkeit hätten finden können. Dabei, so habe Elternbeirat Martin W. nach vielen Gesprächen betroffen festgestellt, ähnelten sich die Schulbiografien der doch recht unterschiedlich diagnostizierten Kinder sehr. Ihn habe es sehr berührt zu sehen, wie sein Sohn in einem Theaterprojekt der MLS aufblühe. Sein jüngster Sohn, so berichtet Carl J., habe sich in der ersten Hälfte der Grundschulzeit relativ gut mit Hilfe einer erfahrenen Integrationskraft halten können. „Dann sei das Kind aber untragbar geworden“, erzählt der Vater. Die zu vielen Außenreize in der großen Klasse habe auch die besondere Unterstützung der Integrationsfachkraft nicht abfangen können. So begann auch bei Carl J. die langwierige und verzweifelte Suche nach der richtigen Schule. „Zuletzt haben wir sogar einen Umzug in Kauf genommen, um dem Jüngsten den Besuch der MLS zu ermöglichen.“

Patrick Holuba, stellvertretender Schulleiter, erläutert das Konzept der Schule: „Zeit und Raum geben, um Schülerinnen und Schüler stark zu machen“. Und Elternbeirätin Rita K., selbst Lehrerin an einem Gymnasium, ergänzt: „Das können Regelschulen auch mit Unterstützung durch Integrationskräfte kaum leisten.“ Die Rahmenbedingungen stimmten einfach nicht und es fehle dort an Zeit, sich um die besonderen Bedürfnisse psychisch kranker Schüler zu kümmern.

„Wir sehen unsere Schule daher auch nicht als Konkurrenz zur Inklusion, sondern vielmehr als Teil davon“, betont Schulleiter Rainer Müller.

„Die Schilderungen der Eltern machen mich betroffen“, sagte Moritz Promny am Ende der Gesprächsrunde. Dem Landespolitiker sei es "ein besonderes Anliegen, dass der Elternwille ernst und wichtig genommen werde. Vom Glück oder Zufall darf es nicht abhängen, dass eine Schule wie die MLS von betroffenen Eltern und Kindern gefunden wird.“

Die Zeit vergeht wie im Flug

Entlassfeier an der Martin-Luther-Schule 2019

„Wahnsinnig schnell vorbeigegangen sind die vergangenen Wochen“. Schulleiter Rainer Müller begrüßte die jungen Männer und Frauen, die vor ihm saßen und auf die feierliche Übergabe ihrer Abschlusszeugnisse entgegenfieberten. „Ich habe das Gefühl, dass ich gerade eben erst die Prüfungsaufgaben aus dem Tresor geholt habe.“ 85 Absolventinnen und Absolventen haben erfolgreich die Martin-Luther-Schule abgeschlossen, 31 den Hauptschulabschluss erreicht, 14 den berufsorientierten Abschluss und 40 den Realschulabschluss. „Wir alle bedanken uns bei euch für eine schöne Zeit“, so Müller. Die Schulsprecher Maureen Schneider und Tristan Kieslich gaben ihrerseits den Dank an die Lehrerschaft zurück.“ Für die vielen schönen Jahre an der MLS.“ Elternbeiräte Uta Kuttner und Martin Weiß, gingen auf das Leitbild der Schule ein „Die Schule nimmt die Einzigartigkeit jedes Schülers und jeder Schülerin ernst.“ Der gute Geist, der an der Schule herrsche, komme von allen, die hier lernen und lehren.“ Der stellvertretende Schulleiter Manfred Noske, hoffte, dass die Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler immer auf offene Ohren bei den Lehrern ihres Vertrauens gestoßen sein mögen. Noske fand es beispielhaft, dass die Schüler an dieser besonderen Schule, trotz teils schwerer Erkrankungen und Probleme, nie aufgegeben hätten. Für Noske ist es der letzte Jahrgang, den er entlässt. Er selbst geht nach 42 Jahren an der Martin-Luther-Schule in den Ruhestand.

Schulpfarrerin Astrid Prinz wünschte den Absolventinnen und Absolventen viel Kraft und Mut für die neue Lebensphase. „Ihr steht gerade an einem Übergang, der immer eine Mischung aus Angst und Traurigkeit, aber auch Freude und Lust auf das Neue beinhaltet.“ Als „Survivalkit“ gab sie den Jugendlichen ein Säckchen mit einem schwarzen und einem weißen Stein auf den Weg. „Der schwarze Stein steht für die schlechten Erfahrungen, die ihr gemacht habt, die Erlebnisse, die euch belasten“, sagte die Pfarrerin. Diesen Stein sollten die ehemaligen Schüler am besten noch heute von sich werfen, vergraben oder verstecken. Den weißen Stein sollten die Absolventen dagegen behalten. „Die vielen guten Erlebnisse, und alles, was euch stärkt, denkt in den weißen Stein hinein.“ Wenn das Neue kommt, das auch mal schwierig sein kann, dann nehmt den Stein in die Hand und denkt daran, wie ihr damals alles geschafft habt.“

RotRAPchen – ein Musical

Mit ihrem eigens geschriebenen Musical „RotRAPchen“ feierten die Schülerinnen und Schüler zum Ende des Schuljahres Premiere. Rund ein Jahr lang haben die Jugendlichen an ihrer Adaption des Grimm´schen Märchens Rotkäppchen gearbeitet. Während sie im ersten Halbjahr überwiegend an den Texten gefeilt hatten, lag der Schwerpunkt im zweiten Halbjahr auf den szenischen und musikalischen Proben.

RotRAPchen ist nicht, wie in der Originalversion, ein kleines Mädchen mit rotem Käppchen, sondern ein begabter junger Rapper mit roter Basecap, der sich mit einem „hammerkrassen Beatpaket“ und Wein „für schlechte Tage“ auf den Weg zu seiner hippen, freshen Grandma macht. Kaum hat seine Mum RotRAPchen in den Ghettowald verabschiedet, läuft er dem vermeintlich gefährlichem Snoopwolf über den Weg, der die Grandma entführt hat und nun in seiner Höhle gefangen hält. Weil er sich gerade in einer Schaffenskrise befindet, versucht er alle Newcomer, die ihm gefährlich werden könnten, durch seine Gang auszuschalten. Snoopwolf will die Großmutter erst wieder freilassen, wenn sich RotRAPchen erfolgreich mit allen Gangmitgliedern gebattelt hat. Mit Hilfe der Fee Silberhauch besiegt RotRAPchen alle aus der Snoopwolf-Gang. Schließlich sind es drei Musiktouristen, die im Ghettowald auftauchen, die den Rappern klarmachen, dass man musikalisch über den eigenen Tellerrand schauen sollte, um nicht langweilig zu werden. Großmutter kommt frei, als während des Showdowns zwischen RotRAPchen und Snoopwolf klar wird, dass beide hervorragende Rapper sind und in Krisen einfach Zuspruch und neue Impulse brauchen. Alles kulminiert in einem gemeinsam gesungenen Popsong.

Die schwungvolle und witzige Aufführung mit gekonnten musikalischen und schauspielerischen Einlagen ist eine Schülerarbeit, bei der fachübergreifende drei Wahlpflichtbereiche (WPU) zusammengearbeitet haben. Zum einen war dies die WPU Musical unter Leitung von Claudia Jirka, Tess Wiley und Melanie Weigand. Dazu kam noch das Know-How der WPU Graffiti unter Leitung von Scid da Beat und Harti, die für das Bühnenbild verantwortlich zeichnete sowie die WPU Band unter Leitung von Jörg Helfrich und Sophie Steuernagel.

Wahlpflichtunterricht: Lego

Film und Fotos: Kai Rudolph

Das erste Schulhalbjahr 2018/2019 in der Ballhausschule (Butzbach) geht gerade erlebnisreich mit dem WPU-Kurs Lego Mindstorms zuende. Sechs Schüler der Klassenstufen 6-8 haben sich an verschiedenen Modellen kreativ ausgetobt. Neben dem Zusammenstecken vieler Teile bedarf es der anschließenden Programmierung des LEGO® MINDSTORMS® EV3-Computerbausteins. Dieser ermöglicht es, eigene LEGO Roboter – Geschöpfe, Fahrzeuge, Maschinen und Erfindungen – zu erschaffen und zu steuern. Indem LEGO® Elemente mit einem programmierbaren Stein, Motoren und Sensoren kombiniert werden, können Kreationen laufen, sprechen, greifen und sonstige Aktionen ausführen. Jeder Roboter besitzt ganz eigene Funktionen und es gibt jeweils ein Programm, mit dem das Verhalten des Roboters gesteuert wird.
Hierzu einige Stimmen der kleinen Techniker:

„Es war interessant, zu erfahren, was man mit Lego noch so alles machen kann.“

„Das war mal ist etwas anderes, als nur mit Lego-Bausteinen zu bauen.“

„Es ist spannend, herauszufinden, dass es unzählige weitere Möglichkeiten gibt, mit Lego zu bauen.“

„Die Vielfalt der Modelle ist etwas Besonderes.“

Sie konnten ihre Raffinesse unter Beweis stellen und hoffen auf baldige Fortsetzung dieses Angebots.

Schulplanetarium in der Sporthalle der MLS

Am 30.1.2019 knipsten Matthias Rode und Tilo Hohenschläger vom Schulplanetarium in der Sporthalle der MLS die Sonne aus, davon abgesehen, dass diese draußen sowieso hinter Schneewolken verborgen war.

Die Schülerinnen und Schüler der MLS hatten an diesem Vormittag das besondere Vergnügen für 50 Minuten tiefe Blicke ins All zu riskieren. Ein gewisses Risiko mussten sie dabei allerdings eingehen, denn für einige gehörte schon etwas Mut dazu, sich auf engem Raum mit bis zu 50 anderen in der geschlossenen Kuppel des Zeltes bisweilen auch aufregenden optischen Animationen auszusetzen.

Seit 3 Jahren, jeweils im Winterhalbjahr, bietet Michael Jahn das Wahlpflichtfach „Astronomie“ an. „Der Vorteil des Winters liegt darin, dass die gestellten Aufgaben in der Dunkelheit des Abends auch erledigt werden können“, so Jahn. Seine Schüler waren natürlich bei den Fragen der beiden Physiker vom Schulplanetarium im Vorteil. Alle anderen lernten heute eine Menge dazu, zum Beispiel mit der Lokalisation des Polarsterns die Himmelsrichtungen zu bestimmen und wage Ausmaße unserer Galaxie zu der nächstliegenden oder den Abstand und das Größenverhältnis zwischen Erde und Sonne zu erfassen.
„Am interessantesten fand ich, zu erfahren, dass es auf dem Mars möglicherweise einmal Leben gegeben haben könnte“, erzählte Nico. Robin ergänzt: „Ich fand die Reise zur ISS besonders spannend und, dass die Erde von einem Magnetfeld geschützt wird.“

Mit vergangenen Kursen besuchte Michael Jahn die Sternwarte in Burgsolms oder das Planetarium in Kassel. Es freut ihn, dass diesmal das Schulplanetarium in die MLS kam und vielen Schülern damit die Möglichkeit bot, ein Interesse an der Astronomie zu entwickeln.

Weitere Infos auf schulplanetarium.de

Ein Garten für Tiere

Rekultivierungsprojekt für das Außengelände

Seit Sommer 2017 arbeiten Kollegen der Arbeitsgemeinschaft TIERaktiv und Schüler des Wahlpflichtkurses „Kreative Gartenwerkstatt“ an dem Projekt „Garten für Tiere“. Stück für Stück soll die monotone Rasenfläche vor dem neuen Schulgebäude rekultiviert werden.

Der naturnahe Garten ist ein wertvoller Lernort unserer Schule. Hier kann Natur mit allen Sinnen erfahren werden: Der Duft von gemähtem Gras, das Gesumme der Bienen, die Farben der Blumen, die Wärme von frischer Erde. Ein naturgemäß gestalteter Schulgarten ist ein Lern- und Erlebnisraum, der auffordert, auf Entdeckungsreise zu gehen. Er lädt ein zum Beobachten, Staunen, Erforschen, Gestalten, Arbeiten und Genießen. Die Arbeit im Schulgarten ermöglicht ganzheitliches Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ und schafft einen Ausgleich zum kognitiven Lernen. Die anfallenden Aufgaben im Garten sind vielseitig und fördern neben gärtnerischen und handwerk­lichen Fähigkeiten auch soziale Kompetenzen wie Selbstständig­keit, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Das Arbeiten im Garten ist weitgehend frei von Konkurrenz und Vergleich. Jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen und Erfolg haben, was das Selbstbewusstsein stärkt.

Der Schulgarten soll aber auch Lebensräume für Tiere schaffen, die in unseren „aufgeräumten“ Gärten und landwirtschaftlichen Monokulturen oftmals kaum noch Nistmöglichkeiten und Nahrung finden. Insekten sind hierbei der Schlüssel zur Artenvielfalt im Garten. Von ihnen ernähren sich Amphibien, Vögel und Kleinsäuger, von denen sich wiederum andere Tiere ernähren. Insekten benötigen heimische Wildpflanzen, auf die sie sich in tausenden von Generationen eingestellt haben. Fremdländische Pflanzen werden von ihnen aufgrund ihres Aussehens, Geruchs und Geschmacks weit weniger erkannt und genutzt. Während jede einheimische Pflanze durchschnittlich 10 Tierarten ernährt, ernähren fremdländische Pflanzen im Durchschnitt nur 4 Tierarten. Viele Zierpflanzen sind überdies steril gezüchtet und bieten keine Nahrung. Somit ist eine vielfältige Bepflanzung mit einheimischen Stauden, Sträuchern und Bäumen der Schlüssel zu hoher Biodiversität im Garten. Durch die Anlage von kleinräumigen, untereinander vernetzten Gartenbiotopen, Schutzzonen, Nisthilfen und Winterquartieren schaffen wir überdies wertvolle Lebensräume.

Wir haben in unserem Schulgarten bereits Nisthilfen für Solitärbienen, soge­nannte Wildbienen gebaut, die neben den Honigbienen die wichtigsten Bestäuber vieler Obstsorten sind. Darüber hinaus haben wir heimische Wildpflanzen und Frühblüher sowie drei Obstbäume gepflanzt. Seit Oktober 2018 sind 10 heimische Wildrosenstöcke dazugekommen, damit im Laufe der nächsten Jahre eine Rosenhecke entstehen kann, die Lebensraum für viele Kleintiere bieten wird. Eine Trockenmauer aus Natursteinen ist für 2019 geplant und soll Unterschlupf für wärmeliebende Eidechsen bieten, die wir schon beobachten konnten.

Indem die Schüler solche Ansiedlungsmöglichkeiten für Tiere schaffen, leisten sie vor allem einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt und damit zum Um­welt­schutz.

Text und Fotos: Corinna Lenz und Tina Karger

Alternativpraktikum 2018

Die Vorbereitung aufs Berufsleben wird in der Martin-Luther-Schule groß geschrieben. Ab der Jahrgangsstufe 8 gehen in der Regel alle Schülerinnen und Schüler im ersten Halbjahr zwei Wochen ins Praktikum. Parallel zum Praktikum in Betrieben außerhalb sowie im Internen Arbeitstraining (IAT) der Leppermühle bietet die Schule Projekte für Schülerinnen und Schüler an, die keinen Platz gefunden haben, sehr neu an der Schule sind oder die den "Schonraum Schule" noch benötigen. Die Projekte sind ähnlich einer Schülerfirma organisiert, d.h. die Schüler sind zwei Wochen in Projekten, die betriebsähnliche Strukturen simulieren. In diesem Jahr gibt es folgende Projekte:

Werkstatt

Hier erarbeiten die Jugendliche Aufträge für die Schule. In den letzten Jahren z. B. Bänke für den Pausenhof bauen, kleine Sportgeräte bauen o.Ä. In diesem Jahr kümmert sich die Gruppe unter Leitung von Herrn Schmitt (Werkstattlehrer) um die Reastaurierung der Sitzbänke aus der Pausenhalle (Abschleifen, neu ölen, Ausbessern von Macken).

Weihnachstmanufaktur

Hier werden weihnachtliche Dekorationsartikel, Grußkarten sowie weihnachtliches Gebäck produziert, in diesem Jahr Teelichthalter, Marmelade, Plätzchen und manch andere Leckerein.

Nähstube

Hier werden wieder kleine Täschchen, Mäppchen und Turnbeutel genäht. Der Umgang mit Schnittmustern wird geübt und das Einsetzen eines Reissverschlusses steht auch auf dem Programm.

Praktikumskantine

Die Jugendlichen, in diesem Kurs, planen in den beiden Praktikumswochen das Mittagsessen für die Jugendlichen des Alternativpraktikums, die bis 14:30 Uhr in der Schule bleiben. An drei Tagen pro Woche bereiten sie für etwa 25 Personen ein Mittagessen mit Hauptgericht und Nachspeise zu. Die Zubereitung von Fingerfood für den Pädgogischen Nachmittag der Martin-Luther-Schule als kleiner Catering-Auftrag rundet das Praktikum ab.

An einem Tag besichtigt eine Gruppe die Gießener Allgemeine Zeitung und eine weitere Gruppe die Jugendwerkstatt Gießen. Eine Betriebsbesichtigung ist regulärer Bestandteil des Alternativpraktikums.

Am Ende steht eine Präsentation der Ergebnisse.

Hanna, Nicki und Tobi erzählen ein wenig von ihren Erfahrungen:

Hanna (18 Jahre) freut sich, dass sie nun auch auf einer Nähmaschine nähen kann. Auch vorher habe sie gerne genäht, aber noch nie auf einer Nähmaschine, jetzt wisse sie auch viel mehr über den Umgang mit Schnittmustern. Schon lange habe sie ein Interesse für historische Kostüme, aber beruflich wolle sie nicht diese Richtung einschlagen, für sie sei schon länger klar, dass sie eine Verwaltungslaufbahn einschlagen möchte - das läge in der Familie, fügt sie lächelnd hinzu. Nicki (19 Jahre) berichtet, dass ihre Wahl auf das Nähprojekt gefallen sei, weil sie mit der Lehrerin, die es anbot, sehr gut könne. Auch sie hat einen klaren Berufswunsch, der in eine ganz andere Richtung geht - sie wolle Tiermedizinische Fachangestellte werden. Aber Nähen könnte ja ein feines Hobby sein. Tobi (15 Jahre), der erst seit drei Monaten in der LepperMühle lebe und die Martin-Luther-Schule besuche, erzählt, dass er gerne koche, nähen schied für ihn von vorn herein aus. Er stand vor der Wahl in die Praktikumskantine oder in die Weihnachtsmanufaktur zu gehen und entschied sich für letzteres. Eigentlich sei er jetzt erst warm gelaufen im Praktikum und würde am liebsten weitermachen. Spaß gemacht habe ihm auch, die Plakate zu gestalten und aktuell der Verkauf (Erlös gehe an ein Tierheim) der Produkte.

 

Besuch vom Hessischen Kultusstaatssekretär

Dr. Manuel Lösel (Mitte rechts) übergibt eine Spende an Schulleiter Rainer Müller (Mitte links)

Hessens Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel hat am vergangenen Mittwoch die Martin-Luther-Schule in Buseck besucht und sich ein Bild von ihrem pädagogischen Konzept gemacht. „Für Schülerinnen und Schüler, die am Unterricht an öffentlichen Schulen vorübergehend oder dauerhaft nicht teilnehmen können, sind die Lehrkräfte, Betreuerinnen und Betreuer der Martin-Luther-Schule eine wichtige Unterstützung, denn sie helfen ihnen dabei, ihre Leistungsfähigkeit wiederzuerlangen und Schritt für Schritt ihre selbstgesteckten Ziele zu erreichen“, so Lösel.

Der Staatssekretär informierte sich außerdem über die Arbeitsweise der Schule als überregionales Beratungs- und Förderzentrum (üBFZ) für die umliegenden Schulamtsbezirke, das Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte im Umgang mit psychisch belasteten Kindern und Jugendlichen berät, Handlungsmöglichkeiten aufzeigt und in Kooperation mit den regionalen BFZ eine Rückschulung in den regulären Unterricht anstrebt. Dazu hielt Lösel abschließend fest: „Die Schule versteht es, den Kindern und Jugendlichen praktische Fähigkeiten zur Bewältigung des Alltags an die Hand zu geben, den Heilungsprozess zu fördern und gleichzeitig notwendiges Wissen zur Erlangung von Schulabschlüssen zu vermitteln. Die hohen Rückführungsquoten belegen eindrucksvoll, dass die Schulgemeinde mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg ist und einen wichtigen Beitrag für unser Schulsystem leistet. Für ihren Beitrag danke ich allen Beteiligten deshalb herzlich.“

 

Feierliche Zeugnisübergabe und Abschlussfeier 2018

Schule als Ort des Gelingens kennengelernt

In zufriedene und glückliche Gesichter blickte Schulleiter Rainer Müller bei der feierlichen Verabschiedung der Absolventen der Martin-Luther-Schule: 65 Schülerinnen und Schüler nahmen im Beisein von Eltern und Freunden ihre Zeugnisse entgegen. 13 Absolventen schlossen im berufsorientierten Bereich ab, 16 mit einem Hauptschulabschluss und 32 mit einem Realschulabschluss. „Die Schule ist für euch ein Ort des Gelingens geworden“, sagte Müller, der daran erinnerte, dass viele Schülerinnen und Schüler einen langen und manchmal auch schwierigen Weg hinter sich hatten. „Hier an der MLS habt ihr eine Schulzeit erlebt, in der ihr eure Fähigkeiten entwickeln und viel dazulernen konntet.“ Die Absolventen hätten, so Müller, gelernt, sich Anforderungen und Gemeinschaften zu stellen, Solidarität und Halt zu geben und zu erhalten und die eigene Meinung zu vertreten. „Ihr habt Zeit und Raum mit anderen geteilt und seid in dieser Phase als Menschen gereift“, stellte Müller fest. Erinnerung an die Schule würden später sicher verblassen, aber die Reife, die man erlangt habe, gehöre fest zur eigenen Persönlichkeit dazu. „Diese Reife, die wir alle irgendwann mal in unserer Schulzeit erfahren haben, verbindet uns alle, die wir hier sitzen“, sagte Müller weiter, „als Band, das unsere Generationen zusammenhält und uns Gewissheit gibt, auch unter schwierigen Bedingungen, unsere Ziele erreichen zu können.“ Müller lobte auch das Engagement des Lehrerkollegiums, für das das Lehren nicht nur Beruf, sondern auch Herzensangelegenheit ist.“ Schulsprecherin Selina K. dankte ebenfalls den Lehrern für ihren „täglichen Mut“ und „die Ausdauer, die Schüler beharrlich auf den richtigen Weg zu führen“. An Schulleiter Müller überreichte sie im Namen aller Absolventen eine Leinwand mit einem Auszug aus Edgar Allen Poe´s emotionalem Gedicht „An M.L.S.“

Die Schulband unter Leitung von Miriam Casagrande und Jörg Helfrich sorgte für eine gelungene musikalische Umrahmung der Feierlichkeiten. Moderiert wurde die Abschlussfeier vom dem stellvertretenden Schulleiter Manfred Noske, der sich insbesondere bei allen Helferinnen und Helfern bedankte, die zu dem guten Gelingen des Vormittags beigetragen hatten.

Klassenfahrt mit ‚Coding‘

Klassenfahrt mit Bau und Programmierung einer Gießanlage

Eine besondere Klassenfahrt führte Schülerinnen und Schüler der 6. und 7. Klasse aus Butzbach (Ballhausschule, Zweigstelle der Martin-Luther-Schule) nach Wolfshausen bei Marburg. Dort verbrachten sie Anfang Juni 2018 zwei Tage mit allem was der Sommer in der Natur zu bieten hat - und - mit einem ganz besonderen Projekt. Sie bauten und programmierten eine Pflanzengießanlage und riskierten damit nicht nur einen Blick auf Gegenwart und Zukunft technologischer Entwicklung, sondern hatten jede Menge Spaß und Erfolgserleben.

www.codingklassenfahrt.de

und hier: www.codingklassenfahrt.de/projekte/giessanlage

Fotos: K.Rudolph

 

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