Ein Garten für Tiere

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Rekultivierungsprojekt für das Außengelände

Seit Sommer 2017 arbeiten Kollegen der Arbeitsgemeinschaft TIERaktiv und Schüler des Wahlpflichtkurses „Kreative Gartenwerkstatt“ an dem Projekt „Garten für Tiere“. Stück für Stück soll die monotone Rasenfläche vor dem neuen Schulgebäude rekultiviert werden.

Der naturnahe Garten ist ein wertvoller Lernort unserer Schule. Hier kann Natur mit allen Sinnen erfahren werden: Der Duft von gemähtem Gras, das Gesumme der Bienen, die Farben der Blumen, die Wärme von frischer Erde. Ein naturgemäß gestalteter Schulgarten ist ein Lern- und Erlebnisraum, der auffordert, auf Entdeckungsreise zu gehen. Er lädt ein zum Beobachten, Staunen, Erforschen, Gestalten, Arbeiten und Genießen. Die Arbeit im Schulgarten ermöglicht ganzheitliches Lernen mit „Kopf, Herz und Hand“ und schafft einen Ausgleich zum kognitiven Lernen. Die anfallenden Aufgaben im Garten sind vielseitig und fördern neben gärtnerischen und handwerk­lichen Fähigkeiten auch soziale Kompetenzen wie Selbstständig­keit, Teamfähigkeit und Verantwortungsbewusstsein. Das Arbeiten im Garten ist weitgehend frei von Konkurrenz und Vergleich. Jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen und Erfolg haben, was das Selbstbewusstsein stärkt.

Der Schulgarten soll aber auch Lebensräume für Tiere schaffen, die in unseren „aufgeräumten“ Gärten und landwirtschaftlichen Monokulturen oftmals kaum noch Nistmöglichkeiten und Nahrung finden. Insekten sind hierbei der Schlüssel zur Artenvielfalt im Garten. Von ihnen ernähren sich Amphibien, Vögel und Kleinsäuger, von denen sich wiederum andere Tiere ernähren. Insekten benötigen heimische Wildpflanzen, auf die sie sich in tausenden von Generationen eingestellt haben. Fremdländische Pflanzen werden von ihnen aufgrund ihres Aussehens, Geruchs und Geschmacks weit weniger erkannt und genutzt. Während jede einheimische Pflanze durchschnittlich 10 Tierarten ernährt, ernähren fremdländische Pflanzen im Durchschnitt nur 4 Tierarten. Viele Zierpflanzen sind überdies steril gezüchtet und bieten keine Nahrung. Somit ist eine vielfältige Bepflanzung mit einheimischen Stauden, Sträuchern und Bäumen der Schlüssel zu hoher Biodiversität im Garten. Durch die Anlage von kleinräumigen, untereinander vernetzten Gartenbiotopen, Schutzzonen, Nisthilfen und Winterquartieren schaffen wir überdies wertvolle Lebensräume.

Wir haben in unserem Schulgarten bereits Nisthilfen für Solitärbienen, soge­nannte Wildbienen gebaut, die neben den Honigbienen die wichtigsten Bestäuber vieler Obstsorten sind. Darüber hinaus haben wir heimische Wildpflanzen und Frühblüher sowie drei Obstbäume gepflanzt. Seit Oktober 2018 sind 10 heimische Wildrosenstöcke dazugekommen, damit im Laufe der nächsten Jahre eine Rosenhecke entstehen kann, die Lebensraum für viele Kleintiere bieten wird. Eine Trockenmauer aus Natursteinen ist für 2019 geplant und soll Unterschlupf für wärmeliebende Eidechsen bieten, die wir schon beobachten konnten.

Indem die Schüler solche Ansiedlungsmöglichkeiten für Tiere schaffen, leisten sie vor allem einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt und damit zum Um­welt­schutz.

Text und Fotos: Corinna Lenz und Tina Karger